Fakten zum Bildungs- und Informationszentrum am Osthang
- Die Welterbestätte braucht eine zentrale Drehscheibe zur Besucherlenkung, Information und Wissensvermittlung; bestehende Gebäude der Mathildenhöhe können diese Rolle räumlich und funktional – besonders bezüglich der Barrierefreiheit – nicht leisten.
- Im Managementplan der Welterbestätte, in der Tourismusstudie von 2016 sowie in den Beratungen des Welterbebeirats und der ICOMOS-Monitore wurde ein Besucher‑ bzw. Bildungs- und Informationszentrum als zentraler Baustein der Welterbe-Vermittlung verankert, um Service, Orientierung und Bildungsangebote zu bündeln. Der Bedarf wurde bereits frühzeitig festgestellt, lange vor Anerkennung der Mathildenhöhe Darmstadt als UNESCO-Welterbestätte.
- Konzeption und Ausgestaltung des Zentrums orientieren sich an den einschlägigen Vorgaben und Standards, die 2018 von der Deutschen UNESCO-Kommission in der „Handreichung zu Informationszentren im UNESCO-Welterbe“ veröffentlicht worden sind: https://www.unesco.de/dokumente-und-hintergruende/publikationen/detail/welterbe-vermitteln-handreichung-zu-informationszentren-im-welterbe/
- Das Informationszentrum wird barrierefrei, kompakt und klar strukturiert: Info‑ und Servicebereich mit Bistro im Erdgeschoss, Ausstellung zu den Werten der UNESCO und der Welterbeliste sowie zur Geschichte und Bedeutung der Mathildenhöhe im 1. Obergeschoss, Multifunktionsraum für Bildung und Veranstaltungen zur Welterbestätte sowie zu weiteren Themen der Darmstädter Gesellschaft im 2. Obergeschoss.
- Gerade für Schulklassen, internationale Gäste und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen schafft das Haus einen niedrigschwelligen Einstieg: Orientierung, Hintergrundwissen, Bildungsprogramme und praktische Infrastruktur an einem Ort.
- Das Informations- und Bildungszentrum ist als zentraler Begegnungs- und Vermittlungsort für die Stadtgesellschaft konzipiert und richtet sich gleichzeitig an touristische Besucherinnen und Besucher wie an die Bürgerinnen und Bürger Darmstadts.
- Der Standort am Osthang liegt in der Pufferzone und nicht in der Welterbestätte; das historische Ensemble wird so funktional ergänzt, ohne die denkmalgeschützte Substanz selbst zu überformen.
- Die heute räumlich sehr eingeschränkten Servicefunktionen in den sensiblen Bestandsbauten (Toiletten, Kasse, Info, Gruppenannahme) werden durch das Bildungs- und Informationszentrum endlich für den Bedarf der Stätte angemessen ausgebaut; die bestehenden kleinen Foyers werden entlastet.
- Das Konzept eines „gestapelten Gartenpavillons“ mit etwa 20 x 20 Meter Grundfläche fügt sich maßstäblich und zurückhaltend in den Osthang ein, statt ein dominantes Solitärbauwerk zu errichten. Dieser Entwurf ist mit dem Welterbebeirat abgestimmt worden.
- Ein freiraumplanerischer Wettbewerb für das Umfeld sorgt dafür, dass Architektur und Landschaft als Einheit gedacht werden – mit sensibler Wegeführung, Grünraumerhalt und qualitätsvoller Gestaltung des Zugangs zur Mathildenhöhe. Darüber hinaus bietet die Umgebung des Gebäudes auch zukünftig explizit kulturelle Freiraum-Nutzungsmöglichkeiten.
- Der Bebauungsplan „Informationszentrum Mathildenhöhe“ wurde mit Öffentlichkeitsbeteiligung und Beteiligung der Fachbehörden erarbeitet und 2025 mit deutlicher Mehrheit der Stadtverordneten-Versammlung beschlossen; die Planung steht damit auf klarer rechtsstaatlicher Grundlage.
- Fachgremien, u.a. ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmalpflege), UNESCO-Fachdialog und der Welterbebeirat waren in die Standort- und Konzeptentwicklung eingebunden; die Planung wurde also nicht „im luftleeren Raum“ politisch durchgedrückt; Da die Notwendigkeit des Gebäudes von den ICOMOS-Monitoren sowie vom Welterbebeirat stets gesehen und bekräftigt wurde, handelte es sich hierbei nie um ein „Prestigeprojekt“ der Stadt Darmstadt.
- Zu den Planungsphasen des Zentrums fanden 2018 und 2021 Öffentlichkeitsveranstaltungen statt, um den Prozess transparent zu gestalten und die Öffentlichkeit einzubinden.
- Trotz klarer politischer Mehrheiten hat die Stadt auf Kritik reagiert: Kostenprüfungen wurden veranlasst mit dem Ziel, das Projekt schlanker und wirtschaftlicher zu realisieren, ohne seine Kernfunktion zu zerstören.
- Ökologische und nutzungsbezogene Einwände flossen in Planungsanpassungen ein (z. B. Größe, Lage in der Pufferzone, freiraumplanerischer Wettbewerb, genaue Definition der Baugrenzen und Erschließung).
- Mit dem Angebot eines neuen, eigenständigen Standorts für den Osthang e.V. zeigt die Stadt, dass ein Informationszentrum und freie Kultur nicht Gegensätze sein müssen, sondern sinnvoll nebeneinander Bestand haben können. Die wertvolle Arbeit des Osthang e.V. kann nun mit längerer Perspektive und an einem Ort mit mehr Möglichkeiten hinsichtlich der Veranstaltungszeiten fortgesetzt werden. Hieraus haben sich auch bereits Kooperationen mit der Hochschule Darmstadt ergeben: https://idw-online.de/de/news862448
- Der Osthang e.V. erhält eine neue Perspektive mit langfristiger Sicherung eines kreativen Raums, während die Mathildenhöhe die dringend benötigte Welterbe-Infrastruktur bekommt – ein Doppelgewinn für die Stadtgesellschaft.
- Das Informationszentrum stärkt die (internationale) Sichtbarkeit der Mathildenhöhe als Ikone der Frühmoderne und UNESCO-Welterbestätte. Der Neubau kann touristische Wertschöpfung wie auch Bildungsarbeit nachhaltig ausbauen. Erst dieses Zentrum wird es ermöglichen, dass Schulklassen aus Darmstadt und der Region einen barrierefreien pädagogischen Raum erhalten werden. Das Bildungs- und Informationszentrum wird so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Stadtidentität leisten.
- Im Zusammenspiel mit dem sanierten Ausstellungsgebäude, dem Platanenhain und dem übrigen Ensemble bildet das Zentrum gewissermaßen den „letzten Baustein“, um die Mathildenhöhe als zeitgemäß erschlossene Kultur- und Lernlandschaft in die Zukunft zu führen.
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